Medizinischer Dialog: Schnellstart einer gemeinschaftlichen HIV-Bekämpfung durch medizinische Fachkräfte und traditionelle Heiler

Ansatz entwickelt von Angelika Wolf und Anna von Roenne
Peer Review durch Mitglieder der deutschen HIV-Peer Review-Gruppe

Herausgegeben von der Deutschen Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) GmbH, erste Fassung: Juli 2007, vorliegende Fassung: Dezember 2007

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Langfassung - Englisch (24 pp. 1.2 MB)
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Kurzfassung- Spanisch (4 pp. 236 kB)

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Der medizinische Dialog ist ein schrittweises Vorgehen beim Überbrücken der Kluft zwischen wissenschaftlicher Denkweise und kulturellen Traditionen, mit dem Ziel, die HIV-Prävention und Behandlung effizienter zu gestalten. Malawi ist eines der am stärksten von der HIV-Epidemie betroffenen Länder. Dessen ungeachtet wurde die von der WHO empfohlene Zusammenarbeit zwischen dem nationalen Gesundheitssystem und traditionellen Heilkundigen bislang nicht umgesetzt. Der in diesem Bericht beschriebene Ansatz des medizinischen Dialogs zeigt, wie eine solche Zusammenarbeit zwischen traditionellen und biomedizinischen Gesundheitspraktikern in Gang gesetzt und nachhaltig etabliert werden kann.

Die Anwendung der Methode beginnt mit der Schulung lokaler Moderatoren. Sie organisieren eine Reihe von Fokusgruppendiskussionen, in denen traditionelle Heiler und biomedizinische Praktiker jeweils unter sich über lokale Sexualpraktiken, Überzeugungen und Tabus und ihre Vorstellung von Krankheit, Prävention, Diagnostik und Behandlung sprechen. Beide Seiten sind aufgefordert, ihre Zweifel und Bedenken hinsichtlich der jeweils anderen zu äußern, und dies in der Gewissheit, dass ihre jeweiligen Standpunkte respektiert werden. Die Fokusgruppendiskussionen liefern Informationen, auf deren Grundlage ein dreitägiger medizinischer Dialog-Workshop organisiert wird. Zu den Teilnehmenden gehören eine jeweils gleiche Anzahl von traditionellen Heilern und biomedizinischen Praktikern, die nach ihrem Wissen, ihrer Kommunikationsfähigkeit ausgewählt werden. Auch auf die Ausgewogenheit der Geschlechter, Altersgruppen und Arbeitsgebiete in der traditionellen Medizin und der Biomedizin muss bei dieser Auswahl geachtet werden. Am ersten Tag treffen sich die traditionellen Heiler und die biomedizinischen Praktiker getrennt, um sich vorzubereiten. Am zweiten Tag kommen sie zusammen, um ihre unterschiedlichen Ideen und Meinungen einander vorzustellen und diese zu diskutieren. Am dritten Tag erarbeiten sie gemeinsam einen Arbeitsplan, der ihre jeweiligen Verantwortlichkeiten sowie auch Möglichkeiten zukünftiger Zusammenarbeit ausführt.

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